Gesamt-Material

Das Zeitenspringer-Team

Unser Projektpate ist Rüdiger Mönch, der früher auch auf der Oberlausitzschanze gesprungen ist. Heute ist er Bürgermeister in Krauschwitz. Die Mitglieder unseres Teams sind…

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Wintersportgelände Sagar

1953 Sommer Abholzen des Berghanges und erste Wettkämpfe im Winter 1953/54 im Schneehügelspringen, Torlauf-Alpine, im Langlauf und im Rodeln Hauptinitiator: Gerhard Tillack - 1995 †
1954-1956 Aufschütten des Aufsprunghanges und Bau verschiedener Schanzengrößen als Holz-Turmschanzen mit Hilfe vieler Einwohner von Sagar aus dem Fond der Lottomittel in hundertem freiwilligen Aufbaustunden (NAW)
1957 Bau der „Jugendschanze“ NP 17 und Belegung der Schanze mit Kunststoffmatten(abgelegte Matten von der „Thüringenschanze“ in Oberhof„
1964 Oktober Einweihung einer Sommertrainingsstrecke für Skilanglauf - welche mit Kunstmattenfäden belegt war
1964 erste Fundamente für die „Oberlausitz - Schanze“ werden per Hand gesetzt
1965 - 1967 Bau des Schanzenturmes (oberste Luke 21,0m) und Anpassen des Aufsprunghanges an das neue Profil
1967 August Einweihung der „Oberlausitz - Schanze“ NP 24,5 mit dem SC Dynamo Klingenthal. Erste Schanzenrekordhalter: Eberhard Seifert und Henry Glass mit 27,0 m
1968 - 1970 Bau der Schanzenbaude 8x4m sowie Waschraum, Flur und Küche unter dem Schanzentisch der „Oberlausitz - Schanze“
1969 August Neuer und noch bestehender Schanzenrekord auf Kunststoffmatten von Henry Glass (damaliger Viezejunioreneuropameister) mit 31,0m
1969 August Letzter noch bestehender Schanzenrekord auf Schnee aufgestell von Steffen Wonde „BSG Traktor Sagar“ mit 31,5m
1994 Sommer Abriss der bereits zurückgebauten Schanze NP 20 und der Schanzenbaude

Der Standort der Oberlausitz-Schanze

Die Lage der Schanze zwischen Sagar und Skerbersdorf (c) gis-lkgr.de

Die Oberlausitz-Schanze liegt am linksseitigen Hang des Tals der Lausitzer Neiße zwischen den Ortschaften Sagar und Skerbersdorf. Durch die leichte Hanglage wurde der Bau einer Schanze begünstigt und künstliche Aufschüttungen minimiert. Die Schanze ist in Richtung Nordosten, also zur Neiße hin, ausgerichtet.

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Zeitzeugen-Interview vom 16.04.2009

Hr. Frommelt
Es wurde die Bitte an uns geäußert ein Modell der Oberlausitzschanze zu bauen, daraufhin hatten wir den Einfall zusätzlich noch Informationen zu sammeln und ein Geschichtspuzzle aus Fotos , Berichten und Zeitzeugenaussagen zusammenzutragen, und dieses in das Projekt „Zeitensprünge“einzugliedern. Meine erste Frage ist - wie kam es überhaupt zu der Idee in einer Gegend, die eher ungeeignet für den Wintersport scheint, eine Skisprungschanze und ein Wintersportgebiet kurz nach dem Krieg zu errichten?
Hr. Mönch
Ich möchte versuchen das Entstehen der Schanze auf Grund der damaligen regionalen Begebenheit zu begründen. Sager war schon zu Beginn der 30iger Jahr ein sehr sportlicher Ort, zum benannten Zeitpunkt zählte Sager 800 Einwohner, davon waren 200 Leute inklusive der Jugend in irgend einer Form sportlich aktiv. 1931 wurde auf Eigeninitiative der Einwohner ein Sportplatz angelegt. Es gab einen Radsportverein; wir waren Ostdeutscher Meister im Schlagball; es wurde Handball gespielt, von diesem Sport gab es jeweils eine Turnierriege für Mädchen und Jungen. Damit ist auch logisch warum sich Herr Tillak, als damaliger Sportlehrer, neue Gebiete des Sports für die Region erschließen wollte.
Hr.Tillak
Mein Bruder ist sehr wintersportbegeistert und ist in der „Lausche“ Ski gefahren und ist auch viel rumgekommen. Er hatte festgestellt, dass dort, wo damals die Schanze entstand, ein Nordhang ist. Durch seine Eigeninitiative und die einiger Mitinteressenten, wurde über die Gemeinde das Projekt „Oberlausitzschanze“ ins Leben gerufen.
Frau Gutjahr
Können Sie mir noch einmal detaillierter sagen warum gerade an dieser Stelle die Schanze entstanden ist, welche Faktoren haben eine Rolle gespielt?
Herr Tillak
chon seit langem hat man an diesem Hang Langlauf praktiziert und der dessen Form bot schon von sich aus eine natürliche Schanze. Also überlegte man, wenn man schon auf Grund der natürlichen Begebenheiten so weit springen kann, warum nicht noch ein Stückchen weiter. Die Leute fingen an eine Schneise in den Wald zu schlagen, da das Gebiet staatlich war, fiel die Rodung nicht besonders auf. Man trug das geschlagene Reisig zusammen und improvisierte eine Absprungschanze. Aber nach kurzer Zeit war diese so baufällig das sie abgetragen wurde, und die Gemeinde entschied sich eine richtige Schanze zu errichten.
Herr Frommelt
Und welche geografischen und witterungsbedingten Faktoren haben noch eine Rolle gespielt, Sie erwähnten den Begriff Nordhang am Anfang des Gespräches?
Herr Tillak
Nun wie der Begriff Nordhang schon vermuten lässt ist die Abfahrtsstrecke nach Norden ausgerichtet. Das heißt, das dort so gut wie keine Sonne drauffällt und sich somit der Schnee lange zum Ende des Winters noch hält. Wenn der Frühling sich ankündigte haben wir eine Woche nach Feierabend, noch die letzten Schneehaufen,die der Schneepflug an den Straßenseiten errichtet hatte, zusammengetragen und auf die Piste geschafft und festgetreten, so konnten wir noch bis in den März hinein, am Wochenende ein paar Sprünge machen.
Herr Frommelt
Wie lange wurde regulär gesprungen bzw. war die Schanze in Betrieb; gab es Meisterschaften?
Herr Tillak
Bei uns fand jährlich die kleine Ostdeutsche Meisterschaft, also eine Bestenermittelung statt. Hierfür musste man sich nicht über einen Verein qualifizieren, sondern es sind die jeweils Besten in den jeweiligen Bezirken gegeneinander angetreten. Diese Meisterschaften fanden bis 1988 statt. Ich möchte hinzufügen, dass es sich bei der Oberlausitzschanze an und für sich um eine sehr moderne Schanze handelte, deren Architekt Alwin Römer aus Seeligental / Oberhof war. Mein anderer Bruder Helmut war an der Kinder- und Jugendsportschule Sportlehrer in Oberhof und hat letztlich Kontakte zur Thüringenschanze geknüpft, damit wir die Baupläne zur Vorlage nutzen konnten. Die Thüringschanze war damals die modernste Skisprungschanze weltweit, da die Skilauffläche mit Kunststoffmatten beschichtet war.1965 wurden die Matten ausgetauscht, da diese sich abnutzen. Auf Grund unserer Beziehungen konnten wir das unbeschädigte Material der abgelegten Matten für unsere kleinere Schanze nutzen. Aus den Resten haben wir die Langlaufstrecke von 250 Metern belegt, deshalb waren unsere Langlaufathleten im Bezirk Cottbus immer mit vorn - in der Altersklasse, wo ich mit trainiert habe, waren wir meist Bezirksmeister.
Frau Gutjahr
lso kann man sich das so sportlich vorstellen, das alle Bereiche des Pistenwintersports mit erfasst wurden und das es eine Kinder- und Jugendförderung gab?
Herr Tillak
Natürlich, wir hatten meist in den jeweiligen Bereichen verschiedene Alters- und Qualifizierungsklassen, da unser Kreis für den Leichtathletiksport bekannt war, hatten insbesonders die Jugend bei den Wintersportmeisterschaften die Nase mit vorn, man sagt ja, der Wintersportler wird im Sommer gemacht, später kamen auch noch die Skiroller - die von Jahr zu Jahr immer moderner wurden - zum Training in den warmen Monaten hinzu.
Frau Heinze
Wurde jedes Wochenende die Schanze genutzt und wie oft gab es offizielle Veranstaltungen?
Herr Tillak
m Sommer gab es immer bestimmt 2-3 Mal Turniere im Kunstmattenspringen. Die Springer kamen dazu auch immer regelmäßig aus der Umgebung, schon allein weil wir gute Beziehungen zu den Glasfachbetrieben hatten. Die Schanze wurde auch von Springern, insbesondere von 12-17 Jährigen, aus der ganzen DDR als Trainingsort gern genutzt, da man von unserer Schanze wirklich abspringen musste, denn wer nicht richtig absprang, plumpste schon nach wenigen Metern runter und nur wer richtig „Wums“ in den Knochen hatte flog 30m und mehr.
Herr Frommelt
Wer waren berühmte Springer aus der DDR die hier trainiert hatten?
Herr Tillak
Zum einen war es der damalige Nationaltrainer Rainer Heuss und der Co-Trainer Henry Glass, der in der Saison 1966/67 im Schanzenweitsprung Vizeeuropameister wurde und später Europameister bei den Junioren. Bei Olympia holte er dann auch in den nächsten Jahren Bronze. Auch bekannt ist Matthias Buse aus Oybin, der auch bei Olympia Medaillengewinner war.
Herr Frommelt
Und wie kann es schließlich zu Ende des Springbetriebes
Herr Tillak
inerseits aus sicherheitstechnischen Gründen und zum anderen durch die Wende. Nach 1989 hatte der Verein sich selbstständig gemacht und wurde zum eingetragen Verein. Wir hatten uns von der Betriebssportgemeinschaft gelöst und mussten darauf hin alle Kosten selber tragen, so auch Wasser und Strom - aber mit 30 Mitgliedern hat sich der Verein auf Dauer nicht halten können. Wir übergaben das Gebiet an die Gemeinde zurück.
Herr Frommelt
Wie kam es zum Verfall der Schanze?
Herr Tillak
Der Verfall fand schon vor der Wende statt. da es sich um eine Holzturmkonstruktion handelt musste alle drei bis fünf Jahre der Zersetzung entgegengewirkt werden. Die Mittel wurden dafür nicht zur Verfügung gestellt. Daraufhin wurde der Schanzenturm auf 5-6m zurückgebaut und dann schließlich zur Wende beantragte man Fördermittel zum Abriss.
Frau Heinze
Nach dem Abriss kam die Rede auf, das es doch Fördermittel hätte geben sollen?
Herr Tillak
Das stimmt aber es hat sich kein Verein als Träger finden lassen und für uns war mit dem Abriss der Schanze das Thema beendet und für die Risiken und Aufgaben wollte von uns auch keiner mehr bürgen. Außerdem wurde das Gebiet übereignet an den Enkel von Fürst Pückler, dieser wollte das Gebiet nicht zur Nutzung bereit stellen, da er es für unangemessen befand Sport in mitten der freien Natur zu betreiben
Herr Mönch
Als Mitglied des Fördervereins „Krauschwitzer Neißeland“ wurde jedoch vor kurzer Zeit der Gemeinde das Gebiet wieder zugesprochen und nun ist man interessiert dort eine Hütte zu errichten, die der damaligen Skibaude ähnelt.
Herr Frommelt
Fakt ist also das dort keine Schanze mehr entstehen wird?
Herr Mönch
Nun ja eine kleine Schanze existiert ja noch, nämlich der ehemalig Hang der Jugendschanze.
Herr Tillak
Vielleicht ließe sich dieser, durch Errichtung eines 5m hohen Sprungturm - mit heutigen Mitteln - wieder ausbauen, wenn sich Interessenten finden - aber das ist Zukunftsmusik!

Ein Modell von der Skisprungschanze entsteht

Waldemar Klatt ist unser Mann fürs Praktische nach original Bauplänen von Alwin Römer baut er in der Arbeitsgemeinschaft die Oberlausitzschanze im Maßstab 1: 50 als Modell nach.

Bereits vor dem Zeitzeugentreff im Heimatkundemuseum Sager wurde ihm der Auftrag zur Minitaturrekonstruktion der Schanze übertragen. Fragt man ihn, wie er zu dem Projekt steht, brummt er mit einem Augenzwingern nur: „Der Modellbau ist meine Leidenschaft, das ganze Ringsrum ist nicht so mein Fall“ und wir können uns glücklich schätzen, das es so ist! Er konzentriert sich ganz auf diese Arbeit.

Ohne große Detailinformationen schnitzt, feilt und klebt er eine Minischanze aus einfachsten Materialien. „Ich habe Holzleisten, Styropor und Modellbahnkrims verwendet.“ fasst er wie es seiner Art entspricht kurz und knapp zusammen. Eventuell werden der Station junger Techniker auch Reste der Orginalmatten zu Verfügung gestellt, damit die Anlaufbahn damit beklebt werden kann.

Die Fertigstellung des Modells wird so Mitte / Ende Oktober sein. Bis dahin sind wir gespannt auf das Ergebnis und beobachten mit einem Schmunzeln wie Waldemar Klatt , wenn auch unbeabsichtig, letztlich dem Motto der Zeitenspringer „Jung und Alt an einen Tisch zu bringen“ doch noch gerecht wird ;-), in dem er Kinder aus seiner Modellbau-AG mitagieren lässt.

Ein genauer Ablauf des Modellbaus folgt!

Ein digitales Modell der Oberlausitzschanze

Parallel zum Bau des Holzmodelles M 1:50 (Ein Modell von der Skisprungschanze entsteht) hat Konrad nach den originalen Bauplänen der Schanze ein digitales 3D-Modell erstellt. Zur Anwendung kam dabei die Modellierungssoftware Rhinoceros 4. Das Modell zeigt den Zustand der Schanze in ihrer ursprünglich geplanten Form laut Planung.

Schanzenprofil

Perspektive Schanzenturm

Perspektive gerendert

Fraglich ist, inwiefern diese Vorgaben auch wirklich umgesetzt wurden und welche Veränderungen später an der Schanze vorgenommen wurden, die ihr Erscheinungsbild veränderten. Hier bestehen noch Ansatzpunkte zum Weiterforschen, ebenso wäre es reizvoll, das Objekt im zeitlichen Verlauf darzustellen.

Die Vorteile des Digitalmodells liegen auf der Hand: Zwar ist das Arbeitsergebnis nicht direkt und mit Händen greifbar vorhanden, da es zunächst nur in Datenform vorliegt. Dadurch eröffnet sich uns aber auch die Möglichkeit, eine unbegrenzte Anzahl von Ansichten, Schnitten, Draufsichten, Perspektiven etc. auszudrucken, und das in beinah jedem beliebigen Maßstab (dies setzt aber einen entsprechenden Detaillierungsgrad des Modells voraus). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Modell fotorealistisch zu rendern und als Fotomontage in die heutige Landschaft zu montieren, um ein Bild vom früheren Aussehen des Ortes zu bekommen. Nicht zuletzt ist es möglich, das Modell in Form eines kurzen Films zu animieren, wobei dies mit erheblichem Arbeits- und auch Rechenaufwand verbunden ist. Insgesamt ist so das Modell einem sehr breiten Publikum zugänglich, denn es kann in Form von Bildern und Plänen im Internet präsentiert werden. Für die weiterführende Arbeit ist hier auch denkbar, eine virtuelle computeranimierte Wanderung um oder durch den Turm zu unternehmen, was so nicht einmal am realen Modell möglich ist. Außerdem lässt sich das ausgearbeitete Modell als KMZ-Datei in Google Earth einbinden und somit auch an den ursprünglichen Standort versetzen. Es ist dabei problemlos möglich, die entsprechenden Daten für die Besucher zum Herunterladen anzubieten, die dann mit Google Earth betrachtet werden können.

Beim Modellieren sind vor allem folgende Arbeitsschritte zu gehen:

  • übertragen des Schanzen- und Geländeprofils (Koordinaten) und erstellen der Anlauf- und Aufsprungbahn
  • Aufbauen des Fundamentes des Schanzenturmes
  • Bau der Holzfachwerkkonstruktion nach Bauplan in der Folge Hauptstreben > Nebenstreben
  • Einbauten auf der Bahn, Treppen
  • Kampfrichterturm
  • weitere Detaillierung

Besonders der letzte Schritt ist voraussichtlich äußerst langwierig, damit am Ende das Modell nicht bloß erscheint wie aus Kunstharz gefräst, sondern eine gewisse ansprechende Ästhetik besitzt. Dazu gehören beispielsweise Geländer, einzelne Bretter und Latten, Abschrägungen, Profileisen und weitere bautechnische Details.

Das letzte Bild zeigt den aktuellen Arbeitsstand. Beim Weiterarbeiten zeigt sich das Problem, dass an einigen Stellen nicht (mehr) genügend informationen zur Verfügung stehen. So sind einige Maße unklar und mussten nach Augenmaß angenommen werden, ebenso wie die Querschnitte der verwendeten Hölzer. Gerade wenn es um Details geht, zeigt sich dieser Mangel. Hier ist abzuwägen, ob die Rekonstruktion bewusst unscharf bleibt (also nur die tatsächlich verfügbaren Informationen darstellt) oder Details nach den gängigen Normen hineingedacht werden, womit dann fast fotorealistische Darstellungen erreicht werden könnten. Hier gibt es viel Potenzial; das Modell kann im Laufe der Zeit immer weiter verfeinert werden. Dennoch wird es wohl nie das fertige Modell im Sinne einer historischen Korrektheit geben. Leider wird das Modell letztlich ein Kompromiss bleiben, da es zu viele Abweichungen zwischen den Plänen und der tatsächlich gebauten Schanze gibt, wie schon flüchtige Blicke auf erhaltenes Fotomaterial zeigen.

Außerdem können wir nicht mehr genau bestimmen, welche Änderungen später gemacht wurden und wie diese zeitlich genau einzuordnen sind. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, den ursprünglich geplanten Zustand zu modellieren sowie Holzmodell und Digitalmodell möglichst gleich zu gestalten.

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Steffen Wonde aus Sagar mit ewigem Rekord

In unserem Rückblick über die Oberlausitz - Schanze in Sagar (SZ vom 10.07.1995) wird von einem Schanzenrekord des früheren Olympiateilnehmers Henry Glass anlässlich eines Mattenspringens im August 1969 in Sagar berichtet. 31 Meter flog Glass damals über den Bakken. Elf Jahre später, am 01.Februar 1980, setzte der einheimische Steffen Wonde anlässlich der Bezirksmeisterschaft seinen Sprung auf Schnee bei 31,5 Meter auf. Damit ist Steffen Wonde einen halben Meter weiter als Henry Glass gesprungen, was einen neuen und nun ewigen Rekord bedeutete, da dieses Schanze inzwischen abgerissen wurde. Steffen Wonde war der dienstälteste Springer in der Sagar Truppe, ging über viele Schanzen der DDR zwischen 1970 und 1987 und stand seinen weitesten Sprung mit 60 Metern auf einem Thüringer Bakken.

Schnee von Gestern

Die ehemalgie Sprungschanze im Bienengarten von Sagar war für unsere Flachländer überwältigend. Ein hoher Sprungturm musste für die nötige Anlaufgeschwindigkeit sorgen, mit den Windverhältnissen hatten unsere Springer wenig zu tun. Der Absprung gung in östliche Richtung, direkt ins Neißetal. Da der Wind überwiegend von Westen kam, waren die Springer immer gleich benachteiligt. Das Springer war für uns Zuschauer sehr interessant und man konnte sich nur wundern, dass Springer eine so große Weite schafften. Da der Schnee in unserem Gebiet nicht immer vorhanden war, wurde auf Kunstmatten gesprungen.

Zurück zu den Fakten: Die ersten Wettkämpfe wurde im Winter 1953/54 im Schneehügelspringen, Torlauf-Alpine, im Langlauf und im Rodeln durchgeführt. Danach wurden von 1954 bis 1964 verschiedene kleine Jugendschanzen gebaut und besprungen. In den Jahren 1965 bis 1967 wurde die „Oberlausitz - Schanze“ errichtet. Im August 1967nerfolgte die Einweihung NP 24,5 m, Schanzenturm oberste Luke 21,0m lang mit dem SC Dynamo Klingethal.

Die ersten Schanzenrekordhalter waren Eberhard Seifert und Henry Glass mit 27,0m. Im August 1967 stellte Henry Glass (damaliger Vizejunioreneuropameister) mit 31,0m einen noch bestehenden Schanzenrekord auf Kunststoffmatten auf.

Überboten wurde diese Weite von dem Krauschwitzer Steffen Wonde, BSG Traktor Sagar, der mit 31,5m in den letzten bestehen Schanzenrekord auf Schnee aufstellte und da die Schanze nicht mehr steht, bleibt er es auch.

In den vergangenen Jahren ist viel Schönes entstanden. Ein Radweg führt durch die idyllische Neißeaue, interessante Rastplätze mit Informationstafeln wurden geschaffen. An der ehemaligen Sprungschanze wird vom Säschischen Forstamt Weißwasser seit dem Jahr 2005 jedes Jahr gut besuchte Walderlebnistage durchgeführt.

(von Wilfried Mätzig, Quelle: Aushang an der Schanze)

Marcel Christmann 2009/04/18 10:50

Informationen zu den Fotos vom 28.08.09 / Skisammlung von Herrn Tillack

  • hölzerne Ski (Vorkriegs-Ski, ca. Aus den 20er Jahren) – keine Unterteilung in Spring- und Lauf-Ski (erfolgte erst später – nach dem Krieg)
  • breite Ski für Skispringen und hohe Schuhe mit Wadenstütze
  • schmale Ski für Langlauf, niedrige Schuhe – ähnlich eines Turnschuhs mit verlängerte Fläche vorn zum Einschub in die Skibindung
  • Herr Tillack in der Montur eines Langläufers aus den 60er Jahren
  • eine Art „Rollschuh“-Ski / Skiroller für den Sommertraining gab es ab 70er Jahre
  • Skating gab es ab 80er Jahre (Gerhard Grimmer, 1974 WM)
  • Ski-Markierung erfolgte/erfolgt noch heut vor jedem Wettkampf (zur Kontrolle)
  • Holzski mit Kunststoffkante („eluka“) Ende der 50er Jahre
  • reine Kunststoffski 70er Jahre

Regionaltreff der Zeitenspringer am 3. 9. 2009

Anfang September 2009 trafen sich alle ostsächsischen Teams in Dresden, um ihre Projektstände zu vergleichen. Wir ließen uns kurz dazu aus, worum es in unseren Projekten geht, was wir bis jetzt erreicht hatten, welche Entdeckungen wir gemacht haben und was wir in den nächsten zwei Monaten noch zu tun gedenken, um unsere Projekte fertig zu stellen. Dabei stellten wir fest, dass es überall noch an Ordnung in den Projektergebnissen und an der fachgerechten Präsentation haperte. Passend dazu durften wir uns ein Referat zum Thema Gestaltungsgrundlagen anhören, wo es unter anderem um Layout, Präsentation, Dokumentation, Plakate, Farben, Typografie, Corporate Design, Pressearbeit und so weiter ging.

Jetzt werden wir unsere Ausarbeiten durchsehen und versuchen, sie entsprechend aufzumöbeln, um mit unserer gelungenen Präsentation beim Jugendgeschichtstag im November allen Besuchern den Atem stocken zu lassen.

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Historische Bilder

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5 Sportler vertraten den Bezirk Cottbus in Altenberg:

Steffen Wonde, Jürgen Scharf, Rocco Janke (Traktor Sagar), Michael Fichtner, Darek Simon (Einheit Bad Muskau)

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Zeitplan und unser Tagebuch

Zeitplan Zeitensprünge

  • 1. März 2009: Start des Projektes
  • 10. März 2009: Auftakt im Stadtarchiv Dresden
  • Teilnehmerwerbung (angestrebt wird die Arbeit in Interessengruppen und wöchentliche Treffs)
  • parallell zum Modellbau laufen die Recherchen und die Bearbeitung des gesammelten Materials, regelmäßige Arbeit an unserer Zeitenspringer-Seite (planmäßig 14-tägig Samstag Vormittag)
  • geplante Ergebnisse: das Modell, Fotos (evtl. auf einer CD?) und Schautafeln, die etwas über den Modellbau und die Geschichte der Schanze aussagen
  • 23. April 2009: Regionaltreffen der Zeitenspringer in Dresden
  • 3. September 2009: Regionaltreffen der Zeitenspringer in Dresden
  • Okt./Nov.2009: Auswertung/Fertigstellung des Projektes
  • 20.-21. November 2009: Präsentation des Projektes beim Jugendgeschichtstag in Dresden

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