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ESI 2019: Dritter und letzter Tag der Messe

Weiter geht es mit unserer Tour durch die Expo Sciences International. Inzwischen ist die Messe und auch der Kulturabend vorbei — aber noch nicht Geschichte. Wir sitzen in gut gefüllten ICEs auf Zick-Zack-Kurs zurück in die Lausitz. Genügend Zeit also, um ein paar weitere Projekte vorzustellen.

Auf dem Foto ist eine Gruppe aus Mexiko zu sehen. Sie haben sich mit der Extraktion von Chitin aus Shrimps beschäftigt. Wie bei allen Gruppen aus Mexiko gab es auch bei ihnen viel traditionelles zu sehen. Legendär sind die super-sauren aber leckeren Süßigkeiten.

Projekt Eiermaler

Eiermalen ist nicht nur in der Lausitz ein großes Thema. Unweit von den Lausitzer Projektständen gab es eine Familie aus Russland. Sohnemann und Papa haben zusammen mit Freunden einen Eiermaler gebaut. Das Ei und der Stift wird mit zwei Schrittmotoren gedreht und ein Servomotor sorgt für den Andruck des Stifts. Die Bauteile sind mit einem 3D-Drucker hergestellt worden und die Steuerung benutzt einen Arduino Minicomputer. Statt echten Eiern haben sie ebenfalls ein Ei gedruckt und mit Aceton die Oberfläche geglättet. Das Design ist sehr schön, alles gut abgerundet.

Projekt Schulrucksack mit Gewichtswarnung

Eine sehr junge Dame aus Kuwait hat sich mit dem Gewicht der modernen Schulrucksäcke beschäftigt. Leichtere Rucksäcke verleiten nur dazu, mehr Bücher einzupacken. Für den Rücken ist das so oder so immer zu schwer. Deswegen hat sie eine Waage in den Boden des Rucksacks eingebaut. Außen hat sie ein LCD Display zum Anzeigen des Gewichts angebracht. Ein Lautsprecher erzeugt einen Warnton, wenn zu viel eingepackt wurde.

Besonders schön war auch die Gestaltung des Stands. Neben den üblichen Postern hatte sie auch einzelne Fotos. Die Besucher konnten ihr Grüße auf Klebezettel schreiben und diese füllten die Standwände immer weiter.

Projekt Mexikanische Fossilien

Eine junge Teilnehmerin aus Mexiko hat im ganzen Land nach Fossilien gesucht. Früher lag Mexiko mal unter dem Meeresspiegel, so dass man auch im tiefsten Landesinneren in den Bergen Fossilien von Fischen, Würmern und so weiter finden kann. Von ihren Fundstücken hat sie einige mitgebracht und erklärt. Zum Beispiel Knoten von einem Walfischschädel, ein Walfischwirbel und kleine Haifischzähne. Sie hat auch einen großen Zahn eines Megadolon gefunden. Von diesem konnte sie aber nur ein Modell mitbringen, denn der Fund war zu wertvoll. Der Papierkrieg für die kleineren Fossilien war schon enorm.

Projekt Ausbildung für Unternehmertum

Eine Studentin der Fachrichtung Unternehmertum (Entrepreneurship) aus Kolumbien hat untersucht wie sich die Vorstellung über die Studienziele und -Inhalte zwischen den Professoren und Studierenden unterscheiden. Dabei hat sich ergeben, dass es doch große Abweichungen gibt. Während die Professoren nach akademischer Exzellenz streben, d.h. durch die Erforschung von Methoden, interessieren sich die Studenten mehr für das Fachwissen und vor allem die Soft-Skills. Ihre Schlussfolgerung ist, mehr Gewicht auf das Training von Soft-Skills zu legen. Darauf aufbauend hat sie ein Konzept entwickelt, wie man bei der Planung neuer Unternehmen vorgehen kann. Dieses Konzept soll im Studiengang eigesetzt werden.

Unser Eindruck dazu ist ähnlich. Aus einfachen Ideen ein Projekt umzusetzen profitiert oft viel mehr von passenden Soft-Skills als von dem fachlichen Wissen. Zum Beispiel wie man die richtigen Experten findet und in die Umsetzung einbinden kann.

Projekt Rückensensor

Ein Projekt aus der Schweiz hat untersucht, wie man seine Haltung optimieren kann, um die Wirbelsäule zu schonen. Auf eine gesunde Sitzhaltung muss inzwischen mehr Wert gelegt werden, weil es deutlich mehr Sitz-Jobs gibt. Dazu haben sie mehrere Beschleunigungssensoren vertikal am Rücken befestigt und die Bewegungen im Laufe des Tages aufgezeichnet. Mit den gewonnenen Daten erstellten sie eine zweidimensionale Visualisierung der Bewegungen im Tagesablauf. Daran konnte erkannt werden, wie die Person sitzt und wann sie gesünder sitzt. Die Visualisierung hilft, Fortschritte zu erkennen und die Wirksamkeit verschiedener Stuhl-Typen zu untersuchen.

Wir haben mit ihnen geredet, ob auch eine 3D Darstellung möglich ist. Ziel wäre, zu erkennen, ob die Wirbelsäule schief ist. Das könnte gehen, aber sie haben noch sehr viel Arbeit mit dem begonnen Projekt, z.B. um die Software fertig zu entwickeln.

Projekt Fahrsimulator

Ein paar nette Jugendliche aus dem Iran haben einen Fahrsimulator gebaut. Der Simulator besteht aus einem Lenkrad, Gangschaltung und Pedalen für Bremse, Kupplung und Gas. Sie benutzen einen Minicomputer, um die Aktionen an Computerprogramme zu übermitteln, zum Beispiel an Rennspiele wie Need for Speed und GTA. Interessant auf den Postern waren die Bilder aller Entwicklungsstufen angefangen bei Modellen aus Pappkarton. Das finale Modell war mit viel Liebe für Qualität und Detail aus Holz gebaut.

Projekt Der Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf Wasserquellen

Projekt Bioplastik

Projekt Automatischer Feuermelder mit Gasdetektor

Dieses Projekt kommt aus Tamil Nadu, einem Bundesstaat in Südindien. Der Schüler entwickelte einen Feueralarm mit sehr vielen nützlichen Sensoren. Eine gute Idee ist sicherlich die Integration von Gassensoren neben den sehr beliebten Infrarot-Sensoren. Die Alarmanlage verschickt Benachrichtigungen auf das Mobiltelefon und aktiviert automatisch passende Löscheinrichtungen wie einen Feuerlöscher und eine Sprinkler-Dusche. Bei Gas-Alarm wird die Hauselektrik ausgeschaltet und ein Gebläse lüftet die Wohnung.

Wirklich beeindruckend war der Umfang des Projekts. Mehrere Minicomputer arbeiteten zusammen, um mit dem Handy zu kommunizieren, die Sensoren abzufragen und die Relais-Boards für die Löschvorrichtungen zu aktivieren. Die Sprinkleranlage funktionierte mit echtem Wasser. Ebenso waren die Poster umfangreich und dazu gab es auch noch Faltblätter zum Mitnehmen.

Projekt Automatische Reinigung von Klimaanlagen

Projekt UV-C Licht gegen Mikroben

Eine große Delegation aus Kanada nahm an der Expo Science teil. Die Teilnehmer waren ganz gut an ihren roten Pullovern zu erkennen. Eines der Projekte aus Kanada untersuchte die Wirkung von UV-C Licht auf Mikroben. Die Schülerin hat herausgefunden, dass die Mikroben durch die Bestrahlung viel weniger werden. Ihre Idee ist es, dies in Mülleimer zu integrieren, um damit die Verbreitung von Krankheiten zu reduzieren. Das wäre zum Beispiel auf Flughäfen interessant.

Projekt Ökodusche

Eine clevere Idee zum Wassersparen kommt von Jugendlichen aus Chile. Ihre Beobachtung war, das beim Duschen immer erst viel kaltes Wasser durch die Leitung fließen muss bevor endlich das warme Wasser kommt. Das verschwendet in doch viel Wasser in diesem wasserarmen Land. Die Lösung besteht aus einem kleinen Tank vor der Dusche. Dort gibt man die Wunschtemperatur an und der Tank sammelt zuerst das kalte Wasser aus der Heißwasserleitung. Später wird das gesammelte Wasser wieder zugemischt, um die Wunschtemperatur zu erreichen. Inzwischen haben sie eine Crowdfunding-Campagne, um den Wasserspeicher als Produkt zu vermarkten.

Projekt Das Millikan Öltropfen-Experiment

Projekt eine Brille für Blinde

Projekt Zugangskontrolle für den Parkplatz

Projekt Wasserdruck-Sensor

Dieser Schüler aus Russland beschäftigt sich gerne mit physikalischen Experimenten. Ein bekanntes Experiment ist das umgedrehte Wasserglas mit einem Bierdeckel der nicht herunterfällt. Seine Fragestellung war es, den Unterdruck in dem Wasserglas zu messen. Dazu hatte er zum Einen einen professionellen Drucksensor und zum Anderen einen selbstgebauten Sensor. Sein Sensor basiert auf einem einfacheren Luftdrucksensor in einem hermetisch abgedichteten Kontainer. Der Kontainer war über einen dünnen Schlauch mit dem Boden des Wasserglases verbunden. Der Schlauchdurchmesser und die Luft im Kontainer verhindern, dass Wasser an den Sensor kommt. Im Vergleich lieferten beide Sensoren ähnlich gute Messwerte. Schwierig war jedoch, den Kontainer gut genug abzudichten.

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