Expo Science International 2013 in Abu Dhabi

Die Expo Science International ist eine Wissenschafts- und Technikmesse für Kinder und Jugendliche. Sie wird alle zwei Jahre an wechselnden Orten von der MILSET Organisation ausgerichtet. Dieses Jahr (2013) war sie in Abu Dhabi/Vereinigte Emirate und 2014 wird sie in Brüssel/Belgien stattfinden.

Wir haben dieses Jahr wieder teilnehmen können. Mitgenommen haben wir unsere Ampelsteuerung samt Modell, die gerade fertig gewordene Melodieklingel, einen unserer Steckbrett-Arduinonachbauten, Projektposter und Infomaterial über die Station, Weißwasser und die Universität in Cottbus.

Nachdem wir bisher hauptsächlich ESEs und ESIs in Belgien, Russland und der Slowakei erlebt hatten, waren wir dieses Jahr überwältigt vom Komfort und Luxus. Vier-Sterne Hotel für die Teilnehmer und leckeres Essen in reichlichem Überfluss gab es vorher noch nie. Auch der Swimmingpool des Hotels wurde ausgiebig genossen.

Diese Entspannung war allerdings dringend notwendig, denn an den drei Ausstellungstagen wurden laut amtlichen Angaben 35.000 Besucher gezählt. Und dazu wollten auch die Teilnehmer aus den anderen 59 Ländern ihre Projekte uns zeigen und unsere sehen. Da gab es viel zu erklären, zu fragen, zu übersetzen und zu diskutieren, so dass wir nach den drei Tagen ziemlich heiser und erschöpft waren.

Es gab einige inspirierende Highlights zu sehen. Zum Beispiel war da eine junge Mexikanerin, so ca. 12 Jahre alt, die ihre selbstgebauten Roboter präsentierte. Die sahen super niedlich aus und auch der ganze Stand viel dank hell leuchtender LED-Streifen schnell ins Auge. Besonders hübsch war eine alte Computermaus, die zwei Mauseohren und einen Schwanz bekommen hat und dank eingebauter Motoren etwas durch die Gegend fuhr.

Dann gab es zwei Schülerinnengruppen aus Abu Dhabi. Die einen zeigten ein einfaches Experiment zur Energieübertragung mittels Magnetfeldern. In eine große selbstgewickelte Spule wurden ein kleine niederfrequente Wechselspannung gespeist. An einer zweiten Spule waren zwei Leuchtdioden angebracht, die durch das Magnetfeld mit Energie versorgt wurden wenn beide Spulen dicht genug beieinander waren. Bis zu 10m haben die Schülerinnen damit schon geschafft. Die andere Gruppe balancierten eine schwere Kugel auf einem resistiven Touchpad mit Hilfe eines Arduino Nano. Dazu war das Touchpad auf senkrechten Stange angebracht und versetzt zu dieser gab es zwei Servomotoren, die das Touchpad kippten. Erschreckend wenig Hardware wurde dazu benötigt, denn der Mikrocontroller wertete direkt die Touchpad-Daten aus und steuerte die Servomotoren. Bei Gelegenheit werden wir einiges davon versuchen nach zu bauen.

Komplexere Projekte gab es aus Slovenien und Russland. Abiturienten aus Slovenien haben das Magnetfeld von Spulen so gesteuert, dass man Gegenstände mit Permanentmagneten im Magnetfeld schweben lassen konnte. Dazu kamen noch Schwungmassen, Gyroskope und Fernbedienungen. Ein Junge aus Russland hatte Muskelsensoren an einen Roboterarm angeschlossen, um letzteren zu steuern. Sehr sauberer Aufbau mit mehrstufigen Operationsverstärkern auf Steckbrettern.

Das waren bei weitem noch nicht alle coolen Projekte. Da gab es noch selbstgebaute Feuerlöschroboter aus Shanghai/China, einen selbstgebauten Quadrocopter aus Tunesien, einen zweiarmigen Roboter von Schülern aus Indien, ein aus Karbonfaser selbstgebautes Cello aus China, sowie viele viele Projekte aus den Bereichen Chemie, Biologie und Umwelt. Für Erfrischung sorgte ein Wasser-Ventilator aus Thailand unweit von unserem Stand.

Daneben gab es auch zahlreiche Gespräche übers Studieren in Deutschland und Europa. Es fällt auf, dass doch recht wenige die deutlichen Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem deutsch Hochschulsystem kennen. Die geringen Studiengebühren, DAAD-Stipendien für ausländische Studenten, und die forschungsorientierte Ausrichtung der deutschen Universitäten stießen auf reges Interesse.

Das Wetter war übrigens auch nicht von schlechten Eltern. Nachts kühlte es sich auf 30°C ab, tagsüber war es entsprechend wärmer. Wolken gab es keine, dafür aber feuchte Meeresluft. Wenn der Wind gut stand, ist einem die Brille angelaufen, wenn man nach draußen gegangen ist. An einem Abend sind die Scheiben im Bus von außen beschlagen. Da haben sicherlich die Klimaanlagen ihr übriges dazu getan. Meist waren sie auf 23°C gestellt, aber die Einheimischen haben definitiv 18°C bevorzugt.

Weitere Bilder