Kampf um die Station - Teil 2

<note tip>Ergebnis: In der Stadtratssitzung am 28.04.2010 haben sich die Stadträte nach schweren Diskussionen für Investitionen in der Brunnenstraße entschieden. Es liegt nun an der Stadtverwaltung, dafür konkrete Nutzungskonzepte auszuarbeiten.

Wie ist dies zu werten? Diese Entscheidung ist kein Verlust für die Station Junger Techniker, denn wir haben nichts verloren von dem was wir wirklich hatten! Die Planungs- und Bauzeit wäre inzwischen wirklich sehr knapp geworden. Dieses Risiko haben nun andere.

Wir werden uns auch in Zukunft für einen sinnvollen Neubau auf dem Gelände einsetzen und vor allem unsere eigentliche Vereinsarbeit fortsetzen. Genau, um die ist es nun besser bestellt als vor zwei Monaten, denn die vielen Leserbriefe, das Presseecho und die Gespräche mit den Stadträten haben doch allen wieder ins Bewusstsein gerufen, welchen Juwel die Stadt Weißwasser hier doch noch hat.

Wir danken allen Freunden der Station Junger Techniker für Ihre Unterstützung. Selten war das Interesse der Bürger an der kommunalen Politik größer. Auch danken wir den Stadträten von Weißwasser, welche sich größtenteils wirklich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Es gab viele Gespräche in denen wir Missverständnisse entdecken und vielleicht auflösen konnten. Allein schon dafür haben sich unsere Bemühungen gelohnt! </note>

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Vor einem Jahr wurden aus dem Konjunkturpaket 2 Fördermittel für die „Sanierung/Umbau der Station Junger Techniker“ beantragt und bewilligt. Leider steht nun die Stadtverwaltung und vor allem der Herr Oberbürgermeister Rauh nicht mehr zu diesen Plänen. Am 28.04.2010 sollen nun die Stadträte zustimmen, dass das für den Neubau der Station bewilligte Geld nicht für die Station sondern für eine umfangreichere Sanierung des Gebäudes in der Brunnenstraße (ehemalige Kita) verwendet wird.

  • Die Stadträte haben in der Vergangenheit bei ähnlichen Beschlüssen immer klare Nutzungskonzeptionen eingefordert – für die Brunnenstraße liegen diese bisher nicht vor.
  • Das Geld wurde für eine „Sanierung bzw. einen Umbau der Station“ von der Stadtverwaltung beantragt und nach einer Plausibilitätsprüfung bewilligt. Demzufolge wurde vor noch nicht allzu langer Zeit das Gelände im Professor-Wagenfeld-Ring als zukunftsfähig eingeschätzt. Warum soll sich das so plötzlich geändert haben?
  • Für das Gebäude in der Brunnenstraße wurden bereits separat Fördermittel beantragt und bewilligt. Diese sollten für eine zweckmäßige Sanierung ausreichen, denn sonst hätte man dort gleich mehr beantragen müssen.
  • Es ist keine 400'000€-Investition der Stadt, sondern größtenteils Fördermittel. Während die Stadt z.B. ganze 600'000€ Eigenmittel in den Kindergarten Ulja investierte und noch viel mehr in die Eishalle stecken wird (6'000'000€ Eigenmittel lt. Beschluss des Stadtrats), sollen ihr 75'000€ für die Station Junger Naturforscher zu viel sein?

Wir vertrauen auf eine weise Entscheidung der Stadträte!

Materialien:

Brief an die Stadträte von Weißwasser (27.4.2010)

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

diesen Mittwoch steht wieder eine schwierige Entscheidung für Sie an und die Bürger von Weißwasser – Ihre Wähler – hoffen auf Ihre objektive Entscheidung. Wie es nun schon fast Tradition geworden ist, versuche ich in diesem Brief auf einige wesentliche Punkte mit neuen Informationen und Argumenten einzugehen.

Für Gespräche und Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Dipl. Inf. Randolf Rotta
(Stellvertretender Vorsitzender Station Weißwasser e.V.)

Worum geht es?

Vordergründig geht es um die Entscheidung für den Ausbau eines weiteren Gebäudes für Vereine in der Brunnenstraße. Wir alle wissen, dass dieser Beschluss tatsächlich aber vor allem eine Umwidmung bereits bewilligter Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket 2 für einen anderen Zweck ist. Für die Stadt selbst geht es dabei eigentlich nur um die Verwendung von 79.000€ Eigenmitteln (20% der 395.000€) die nach dem Beschluss RAT/10-142/09 (Amtsblatt 12/2009) für die Station Junger Techniker vorgesehen sind. Zum Größenvergleich: Die Stadt beteiligte sich an der Kita Ulja mit 600.000€ (Quelle: LR), und wird 6.000.000€ Eigenmittel in die Eissporthalle investieren (RAT/2-14/09 Amtsblatt 3/2009). Die Diskussion wird also über Gelder im Umfang von 1,3% des Eishallenprojekts geführt.

Was sind die Probleme?

Fördergebiet "Zurück in die Mitte" der Stadt Weißwasser

(Zusammenfassung, Details finden sie in brief_an_stadtraete.pdf)

Es existiert kein abgesichertes Nutzungskonzept für den Standort Brunnenstraße. Der Standort liegt nicht im Förderbereich „Zurück in die Mitte“ und zudem in einem reinem Wohngebiet.

Nutzer für die Brunnenstraße werden nur schwer zu finden sein. Einige der in der Presse vorgeschlagenen potentiellen Nutzer haben schon mit Ablehnung reagiert. Mit den meisten anderen wurde noch gar nicht über einen Umzug in die Brunnenstraße gesprochen.

Die Stadtverwaltung fordert zu Recht eine Absicherung der Nutzung neuer Gebäude für die nächsten 20 Jahren, gegebenenfalls durch Nachfolge-Nutzer. Wegen des großen, vielfältig nutzbaren Freigeländes ist dies am Prof.-Wagenfeld-Ring ein deutlich geringeres Problem als für einen Gebäudeteil in der Brunnenstraße.

Die als Begründung häufig zitierten, angeblich zu hohen Baukosten sind nicht nachvollziehbar: Es gibt keine abgeschlossene Bauplanung. Eigenanteile wurden nicht berücksichtigt. Wiederverwendung von Teilen der Heizungsanlage wurden nicht berücksichtig. Mündliche Spendenzusagen für den Standort im knapp fünfstelligen Bereich blieben unbeachtet. Die angeführten Abrisskosten sind nicht direkt fällig und auch aus anderen Quellen finanzierbar, z.B. Stadtumbau-Ost.

Die Umwidmung der Fördermittel ist juristisch höchst problematisch für die Stadt: In der Brunnen­straße werden zwei Projekte aus dem Konjunkturpaket 2 zusammengelegt. Dadurch wird eine Projektsumme erreicht, die ein umfangreicheres Bewilligungsverfahren benötigt hätte. Nur für die Bewilligung von Fördermitteln unter 400.000€ reicht eine Plausibilitätsprüfung. Da diese auf Grundlage der Sanierung der Station erfolgte, wird sie bei der vorgeschlagenen Umwidmung hinfällig.

Gibt es Alternativen?

Ich denke es gehört zu gutem Stil, nicht nur zu kritisieren, sondern auch konstruktive Vorschläge in die Diskussion einzubringen. Schade, dass nicht von Anfang auch über alternative Nutzungskonzepte diskutiert wurde.

Brunnenstraße: Gelder für die Sanierung von mindestens Dach, Fassade und Fenstern sind bereits vorhanden und sollten dort auch eingesetzt werden. Die von Herrn OB Rauh angesprochenen Lagerräume für den Eigenbetrieb „Kultur- und Sportstätten Weißwasser“ lassen sich dann dort unterbringen und die Stadt müsste auch keinen neuen Standort für das Obdachlosenheim suchen.

Gelände Prof.-Wagenfeld-Ring: Mit den schon bewilligten Geldern und vorhanden Spenden wird auf dem Gelände der Station ein neues Hauptgebäude errichtet. Dafür können die bereits im Auftrag der Stadt begonnenen Planungsunterlagen auf die Höchstsumme abgestimmt werden. Der Verein ist bereit als Bauherr das Gebäude in Erbbaurecht zu errichten (wie die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH (GAB) in der Scholl-Straße). Die Räume im Neubau, wie auch das restliche Gelände, stellt der Verein wie bisher auch weiterhin gerne anderen gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung.

<quote> aus Amtsblatt 12/2009:

RAT/10-130/09
Bestellung eines Erbbaurechtes am Grundstück Gemarkung Weißwasser, Flur 3, Flurstück Teil von 609

Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Weißwasser beschließt die Bestellung eines Erbbaurechtes am Grundstück Gemarkung Weißwasser, Flur 3, Flurstück Teil von 609 in einer Größe von ca.7.200 m² für die Dauer von 25 Jahren an die GAB Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH in Weißwasser. Der jährliche Erbbauzins beträgt 2 % des Verkehrswertes. Das Erbbaurecht ist zweckgebunden für gemeinnützige Tätigkeiten.
Der Beschluss RAT/8-11/07 vom 28.11.2007 wird aufgehoben.

Weißwasser, den 01.10.2009
Hartwig Rauh
Oberbürgermeister </quote>

Positionierung des Netzwerks Jugendarbeit Weißwasser (23.04.2010)

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Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte!

Die Mitglieder des Netzwerks Weißwasser trafen sich am Freitag, den 23.04.2010 mit Herrn OB Rauh und Fachbereichsleiter Herrn Melcher um über die Standortplanung der Jugendarbeit in Weißwasser zu beraten, speziell auch über die Verfahrensweise mit den Mitteln aus dem Konjunktur-2-Programm, die bereits für die Station beschieden wurden.

Die Mitglieder des Netzwerkes stellen fest, dass für die in der Presse und Diskussion genannten Träger der Jugendarbeit das Gebäude in der Brunnenstraße nicht für Ihre Tätigkeit in der Jugendarbeit geeignet und somit auch nicht nutzbar ist. Träger der Jugendarbeit können ihren Satzungszweck dort nicht erfüllen, weil die vorhandenen Räumlichkeiten und das Umfeld den konzeptionellen Anforderungen der jeweiligen Einrichtungen nicht gerecht werden. Die Brunnenstraße liegt in einem reinen Wohngebiet. Dieser Standpunkt wurde auch Herrn Oberbürgermeister Rauh und Herrn Melcher in der Sitzung deutlich gemacht.

Wie schon früher hält es das Netzwerk weiterhin für sinnvoll und notwendig, dass auf dem Gelände der Station Junger Techniker und Naturforscher gebaut wird und somit diese Standortfrage einer Klärung zugeführt werden kann. Eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Angebote der Station ist nur an dem jetzigen Standort nachhaltig zu gewährleisten.

Das Netzwerk ist bereit, sich für die zukünftige Standortplanung der Träger der Jugendarbeit und anderer sozialer Einrichtungen rechtzeitig einzubringen. Dies ist umso wichtiger, weil die Diskussion um den Einsatz der EFRE-Mittel in der Innenstadt unmittelbar bevorsteht. Wir sollten nicht wieder in eine Situation geraten, in der die konzeptionelle Ausrichtung der Träger in den Hintergrund gedrängt wird und nur noch über die Verbauung von Fördermitteln nachgedacht wird.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Adam
Koordinator

Brief von Sigmar Geier (23.04.2010)

<quote> Für viele Weißwasseraner ist es völlig unverständlich, dass die 400 000 Euro Konjunkturmittel, die für die Station Junger Naturforscher und Techniker genutzt werden sollten, am Käseteich verwendet werden. Noch schlimmer ist die Aussage, dass dort Lagerräume für die Stadt entstehen könnten, obwohl die Fördermittel für soziale Zwecke bereitgestellt werden. Es entsteht dadurch der Eindruck, dass die Standortplanung konzeptionslos erfolgt. Für den Sozialbereich fehlen einfach die Gespräche auch mit den Vereinen (WCB, Station, …). Dies zeigt eine nur geringe Wertschätzung der von vielen Ehrenamtlichen über Jahre geleisteten Arbeit. Allgemein ist der Umgang mit den Trägern der Jugendhilfe mehr als fragwürdig.

Dem Argument, dass der Standort nicht zukunftsträchtig ist, widerspricht die Beantragung von Fördermitteln für das Gelände der Station im Jahre 2009.

Ein bemerkenswertes Zitat aus „Die Zeit“ lautet. „Ein Drittel der Jugend in Weißwasser lebt von Hartz IV“. Weil in Sachsen und anderswo gespart werden muss, gibt es hier 30% weniger Zuwendung für die Jugendarbeit. ““Verheerend“ klagen die Sozialverbände“ (Die Zeit, 25.03.2010). Da ist es doch sinnvoll, einen Verein zu haben, der nahezu selbsttragend preiswerte/kostenlose Angebote für Kinder und Jugendliche bereitstellt. Es werden handwerkliche Fähigkeiten, Verständnis zu Kunst, Natur und Technik gefördert, welche an den Schulen durch vielfältige Umstände immer wieder reduziert werden. Fakt ist, die Station wollte immer auf dem Gelände bleiben. Es kann dort übernachtet werden. Es gibt Lagerfeuer und laute Musik bei Veranstaltungen. In dunklen Nächten werden Astrotreffen durchgeführt. All das ist am Käseteich nicht möglich. Viele Aktivitäten der Station würden die bestehenden Generationsprobleme noch verschärfen. Es sollte auch die Tradition der Einrichtung beachtet werden. Ein neuer Standort wird selten gut angenommen. Es entsteht für viele ein Identitätsverlust bei Aufgabe des Geländes. Deshalb bitte ich den Oberbürgermeister Hartwig Rauh und die Stadträte von Weißwasser für die Zukunft der Station zu stimmen. Und das geht nur mit der finanziellen Zuwendung auf dem jetzigen Gelände. </quote>

Brief von Gerd Hallaschk (LR Leserpost 27.4.2010)

<quote> Als am 20. März in der „Lausitzer Rundschau“ Oberbürgermeister Rauh seine seltsamen Argumente gegenüber meinem Hilferuf für die Station für Technik, Naturwissenschaften, Kunst Weißwasser e.V. offenbarte, konnte ich mir eine Entgegnung ersparen, da genügend andere für diese Kinder- und Jugendeinrichtung das Wort ergriffen, wie z.B. Anett Gis (LR am 26. März) oder Karsten Noack (LR am 30.März). Doch es stimmt schon etwas wehmütig, wenn man lesen muss, dass der OB von Weißwasser es noch immer nicht begreifen will, was die Station besonders wertvoll für die Kinder der Stadt und ihrer Umgebung macht. Seine Formulierung, dass man der Station immer noch die Chance lässt, umzuziehen, zeigt das in überraschender Weise.

Die Stadtverwaltung will nun, da schon zu viel Zeit und Geld verflossen sind, auch das Kapital, das sie mit der Station Junger Techniker hat, den Bach hinunter fließen lassen. Das man dafür mit vielen falschen Fakten die Stadträte in Boot zu holen sucht, grenzt an Piraterie. Da die Mitglieder des Trägervereins „Station für Technik, Naturwissenschaften, Kunst Weißwasser e.V.“ nicht das lange erprobte und bewährte Nutzungskonzept ändern wollen, weil es an einem anderen Standort nicht machbar ist, sollen sie nun die vom Stadtrat beschlossenen Efre-Mittel nicht mehr bekommen. Die sollen ins Obdachlosenheim fließen. Wenn die Kinder und Jugendlichen obdachlos werden, kommt es ihnen wieder zugute.

In Weißwasser wurde schon zu viel zerstört. Die Brauerei- ein interessantes Gebäude, das mit dem richtigen Konzept für die Stadt etwas Besonderes hätte sein können, wird durch ein langweilig gebautes Einkaufzentrum ersetzt, das übrigens keiner braucht. Oder wächst die Einwohnenzahl von Weißwasser doch noch? Das Kulturhaus, eines der architektonisch wertvollsten Baukörper der Stadt wird dem Verfall geopfert, nur weil anfangs das Dach nicht dicht war. Hier fanden Feste und Feiern, kulturelle Höhepunkte für Weißwasser statt, auch viel beachtete Ausstellungen mit den Partnerstädten Brühl und Zary und Künstlern aus dem Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien. Ausstellungen, die die Stadt als kulturelles Zentrum bekannt machten. Alles verflossen! Die Gelsdorfhütte hätte ein Tourismusmagnet sein können. Wie sieht es mit dem Wasserturm aus? Schön, dass man sich um den Bahnhof kümmern will.

Nun hat die Station nicht so ein architektonisch wertvolles Gebäude, aber für Kinder und Jugendliche ein günstiges Gelände. Die Räume sind funktionstüchtig im Sinne der Arbeit mit unterschiedlichen Kursen – seit Jahrzehnten erprobt. Viel Geld wurde schon investiert ( auch mit Zweckbindung) und mit knapp 400 000 Euro der Efre-Mittel und etwas gutem Willen ließe sich viel sanieren.

Das wäre eine ehrliche Anerkennung für die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen des Vereins. Aber diese andauernde „allgemeine Verunsicherung“ stiehlt dem pädagogischen Mitarbeitern des Vereins Kraft, Zeit und Nerven, die sie für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlicheninvestieren möchten. Deshalb sollten die Stadträte sehr genau prüfen und abwägen, ob sie in die Zukunft investieren oder wieder etwas Wertvolles zerstören wollen. Mit Philipp Melanchthon ( vor 450 Jahren gestorben) kann man nur sagen: “Wahrlich, wahrlich die nehmen dem Frühling das Jahr weg, die die Schulen verfallen lassen.“

Hoffen wir, dass am 19. Juni zum großen Stationsfest eitel die Sonne scheint, die größten Sorgen und Ängste um diesen Ort verflossen und die nächsten Jahre für weitere Erfolge gesichert sind. </quote>

Anmerkung: Die bewilligten Mittel stammen aus dem Konjunkturpaket 2 der Bundesregierung – nicht aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Brief von Familie Kaiber (LR Leserpost 24.4.2010)

<quote> Mit Unverständnis verfolgen wir als Weißwasseraner die Diskussionen, die derzeit rund um die Station Junger Techniker und Naturforscher ablaufen. Nachdem wir uns bereits im vergangenen Herbst über den Zuwendungsbescheid von über 390000 Euro für diese so wichtige und schon viele Jahrzehnte bedeutungsvolle Kinder- und Jugendeinrichtung unserer Stadt gefreut haben, sehen wir ein halbes Jahr später ihre Existenz bedroht! Seitdem unsere Kinder Jahr für Jahr immer mehr die umfangreichen Angebote geprägt von Kreativität, Erfahrungsschätzen und Vielseitigkeit nutzen, genießen wir als Eltern, dass unsere Söhne unter den Fittichen des engagierten, fleißigen Betreuungsteams stets herzlich aufgenommen sind, sie ihr Wissen aus der Schule in die Praxis umsetzen und ausbauen sowie sich phantasievoll, künstlerisch und intellektuell weiterentwickeln.

Gern genießen wir die Abgeschiedenheit der Station am Rande unserer Stadt, um uns auf dem Weg dorthin per Fahrrad durch den Freizeitpark oder durch Nutzung des Linienbusses mit unserem Heimatort zu identifizieren. Dabei erinnern wir uns an die eigenen Chorproben, an den Aufbau der ersten Popgymnastikgruppe für Schüler, und Omas tolle Geburtstagsfeier im großen Saal. Genau wie wir Eltern es früher taten, können Jahr für Jahr kleine und große Gäste dort das Eierverzieren, Fasching feiern, Mal- und Wolfscamp nutzen. Das Zusammenwirken von Fachräumen, Außengelände und Übernachtungsmöglichkeit ermöglicht Kindern genauso wie Erwachsenen, in die eigene „Freizeit“ abzutauchen und vom Alltagsgeschehen Abstand zu gewinnen. Durch Lagerfeuer, Go-Kart und Kräutergarten wird man immer wieder inspiriert, den persönlichen Schul- und Arbeitstag aus anderen Sichtweisen zu reflektieren.

Nun wird im Stadtrat darüber entschieden, ob die bereits zur Verfügung stehenden Gelder, die zum Erhalt und Fortbestehen dieser Einrichtung vorgesehen sind, diesbezüglich auch genutzt werden. Man bekommt den Anschein, dass es einigen Stadtpolitikern lieber ist, die der Station zugeteilten finanziellen Mittel anderweitig zu nutzen oder gar verfallen zu lassen. Selbst die Kinder in den Arbeitsgemeinschaften erfahren dabei den Druck, der erst einen Umzug und nun die Resignation erzwingen soll. Aber warum? Was bezweckt man damit, den vielen Nutzern der „Station Junger Techniker und Naturforscher“ ein Stück Lebensqualität zu nehmen? Warum sollen Freizeit, Erholung, Kultur und Bildung in unserer Stadt an Stellenwert verlieren? Wie rechtfertigt man sich gegenüber den vielen ehrenamtlichen Helfern und dem Fachpersonal?

Sicher ist eine Antwort darauf nicht so einfach zu geben. Wir bitten doch aber sehr, sich genau zu überlegen, worauf man in der Stadtpolitik weiterhin baut. Bewährtes, was uns viele Jahre mit Freude und Stolz erfüllt hat, sollte Achtung und Anerkennung erfahren. Stadtratsbeschlüsse sollten ehrenvoll angewandt und durchgesetzt werden. Geistiges und finanzielles Potential sollte Grundstock für ein zukunftsorientiertes Leben in Weißwasser sein. </quote>

Brief an die Stadträte (Mitglieder-Jahresversammlung, 15.04.2010)


Geräusche-Memory
Linke Hausseite

Werte Stadträte,

der Station für Technik, Naturwissenschaften, Kunst- Weißwasser e.V. hat bei seiner heutigen Vereinsversammlung über die Frage der Konjunkturmittelverwendung „Umbau und Sanierung Station Junger Naturforscher und Techniker“ beraten und wendet sich mit folgender Bitte an Sie: Der Stadtrat hat sich auf seiner Sitzung am 30.09.2009 mit der Beauftragung der Planungsleistungen zu Investitionen am Standort der Station bekannt. Zu diesem Zeitpunkt war die Prioritätenliste bereits beschlossen, das EFRE- Paket und damit die 2-Standort-Variante vom Tisch.

Der Trägerverein hat sich bemüht, in enger Abstimmung mit der Bauverwaltung, die Raumkonzeption auf das voraussichtlich Machbare zu reduzieren. Durch den Vorstand wurde die Bereitschaft erklärt, einer Nutzungsvereinbarung für mindestens den Zweckbindungszeitraum zuzustimmen. Wir sind auch bereit, das Objekt mit einem verkleinerten Neubau in Erbbaupacht zu übernehmen. Künftige Investitionen und die Betreibung lägen dann in unserer Verantwortung. Die Bedenken der Stadtverwaltung über eine künftige Nutzung könnten dadurch ausgeräumt werden.

Wir fordern die Stadträte auf, einer Umlenkung der für die Sanierung der Station beantragten, bewilligten und auch vom Stadtrat beschlossenen Mittel in einen Standort Brunnenstraße nicht zuzustimmen. Hier sollte man, wie auch bei zurückliegenden Projekten klare Konzepte für eine künftige Nutzung und Betreibung einfordern. Mit als potentielle Nutzer genannten Einrichtungen wie dem WCB wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht gesprochen. Demgegenüber verfügen wir über klare Konzeptionen und haben in den zurückliegenden Jahren auch unsere wirtschaftliche Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt.

Für die Umsetzung der Konjunkturmaßnahme bleibt nur noch wenig Zeit, man sollte also schnelle Gespräche mit Bauamt, Planer und Träger ermöglichen, um die Planungen am Machbaren zu orientieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Teilnehmer der Mitgliederversammlung Station Weißwasser e.V.
Frank Spreer (Vorsitzender)

An alle AG- Mitglieder, Eltern, Freunde und Förderer

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Leider müssen am Mittwoch, dem 28.04.2010 alle Arbeitsgemeinschaften ausfallen. An diesem Tag findet um 16:00 Uhr eine öffentliche Stadtratsitzung in der Bibliothek, Lesesaal, Straße des Friedens 14, Weißwasser statt. Sie ist für die Fördermittel der Station von entscheidender Bedeutung.

Im Interesse Ihrer und unserer Kinder möchten wir Sie herzlich dazu einladen um gemeinsam unseren Standpunkt gegen diese Beschlussvorlage (siehe Anhang) deutlich zu machen. Wir treffen uns um 15.30 Uhr vor der Bibliothek.

Mit freundlichem Gruß
Frank Spreer (Vereinsvorsitzender)

Reaktion auf die Formulierungen in der SZ / Lokalausgaben ca. 12.04.2010


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Sehr geehrter Herr Rauh,

wir hoffen, dass Sie davon informiert sind, dass Sie folgendermaßen zitiert werden: „Oberbürgermeister Hartwig Rauh hat den Ernst der Lage erkannt und nicht ohne Grund, auf eine kostendeckende Lösung für die Station Junger Naturforscher und Techniker gedrängt.“

Die Formulierung im Artikel suggeriert, dass „Umzug“ gleich „kostendeckend“ wäre, was nicht stimmt. Es ist nicht vorstellbar, dass nach all den objektiven Angaben, die Ihnen zugearbeitet wurden weiterhin in der Stadtverwaltung diese Meinung vertreten wird.

Wahrscheinlich ist es an der Zeit, sich schnellstmöglich mündlich zu verständigen. Denn was bedeutet „kostendeckende Lösung für die Station“ überhaupt? Angesichts des Themas kann eigentlich nur „kostenneutral für die Stadt“ gemeint sein. Eine kostenneutrale Lösung aus Perspektive der Stadtkasse kann nicht durch einen Umzug erreicht werden, denn die Stadt hat seit Jahren keine fortlaufenden Ausgaben für das Gelände, die Gebäude und Betriebskosten der Station. Ein Umzug könnte diese (für die Stadt) nicht existenten Kosten also nicht senken. Dies liegt daran, dass das Gelände seit langem kostendeckend durch den Verein betrieben wird - eine Situation die in der Brunnenstraße für den Verein unmöglich wäre.

Wahr hingegen ist, dass sich die Stadt, wie in vielen anderen Einrichtungen, auch in der Station an Personalkosten für organisatorische und koordinierende Arbeiten beteiligt. Davon „profitiert“ nicht der Verein, sondern die ganze Gemeinde, da so zum Beispiel Fördermittel für Jugendprojekte nach Weißwasser geholt werden und die Schulen einen kompetenten Vermittler für Ganztags- und Ferienangebote haben. Diese Ausgaben sind unabhängig vom Standort der Station und werden durch einen Umzug nicht kleiner. Eine „kostendeckende Lösung“ in der Jugendarbeit kann kein erstrebenswertes Ziel sein. Denn es ist auch Aufgabe der Gesellschaft, an der Erziehung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen mitzuwirken. An dieser Stelle kostendeckend zu arbeiten hieße, keine der Steuergelder in die nachfolgende Generation zu investieren.

Wir bitten um ein Gespräch, dass Klärung zu o.g. Aussage bringt und rechnen mit Ihrem Verständnis, dass es für eine Richtigstellung notwendig ist, sich an die Presse zu wenden. Diese Woche findet die Mitgliederversammlung unseres Vereins statt. Wie schön wäre es, wenn man nun nach einem Jahr konkrete Worte sprechen könnte! Für die Mitglieder des Station Weißwasser e.V. sind folgende Fragen offen und bedürfen dringender Klärung:

  • Sind die Planungsarbeiten für den Neubau auf dem Stations-Gelände wieder angelaufen? Wenn nicht, wann können wir damit rechnen?
  • Wird der Verein/Vorstand in alle Entscheidungen einbezogen?

Mit freundlichem Gruß
Frank Spreer (Ehrenamtl.Vorsitzender des Vereins)
Randolf Rotta (Ehrenamtl.Stellvertreter des Vereins)

Diskussionsbeiträge

Diskussion

Gisela Sobirey, 22.04.2010 17:58, 22.04.2010 20:05

Hallo, es ist ja nicht zu glauben, was so für Ungerechtigkeiten und böse Willkür in deutschen Rathäusern geschehen. Die einen verschwenden Gelder, die anderen schieben es hin und her, ganz nach Belieben. Stadträte wurden zwar gewählt, aber dann müssen sie ja nicht mehr zu ihren Entscheidungen stehen. Warum man ein Obdachlosenheim überhaupt benötigt, wo immer noch Wohnungen gerade in Weißwasser vernichtet werden, ist auch eine interessante Frage, steht aber wohl auf einem anderen Blatt.

Vielleicht kann ja der Beschluß doch vertagt werden und man berät gemeinsam, welchen Anteil am einst zugeteilten Geld, die Station am jetzigen Standort erhalten könnte. Man könnte ja auch die Station renovieren, bei Bedarf dann anderen Vereinen die Arbeit auf diesem tollen Gelände ermöglichen. Es ist aus meiner Entfernung gesehen ansonsten ein ganz linkes (hat nichts mit der Partei zu tun) Ding!

Viel Erfolg und kämpft weiter. Gisela Sobirey aus 72401 Haigerloch

Michael Hahn - LJBW, 22.04.2010 18:02, 22.04.2010 20:08

Mit Recht haben viele Gäste zum 55. Geburtstag der Station die Arbeit der Einrichtung gewürdigt. All die Jahre wurden Leistungen für das Gemeinwohl erbracht, das in vieler Hinsicht für Weißwasser günstig war. Besonders zu nennen sind: eine sinnvolle Freizeitbetätigung für Mädchen und Jungen; Förderung von Interessen, die dann auch berufliche Entwicklungen Einzelner ermöglichen; Und dies geschah immer unter nicht optimalen Bedingungen und dennoch haben die ehrenamtlichen Unterstützer und die Beschäftigten das Beste daraus gemacht. Nun gibt es Möglichkeiten, eine positive Veränderung herbeizuführen, aber … Leider haben ja außerschulische Bildungsreinrichtungen kaum eine Chance, beim „Konjunkturpaket“ berücksichtigt zu werden. In Weißwasser hat man diese Möglichkeit gesehen und das ist gut so. Doch warum will man das bereits Vorgesehene nun ändern? Warum kann der ursprüngliche Ansatz nicht fortgeführt werden?

Ich möchte an die Stadträte appellieren, positive - für die Station in Weißwasser günstige - Entscheidungen zu treffen. Es sei ein Blick über den „Gartenzaun“ (Ländergrenzen) erlaubt: Im Bundesland NRW werden flächenmäßig in allen Ballungszentren/Großen Kreisstädten so genannte Jugendtechnologiezentren (ZDI - Zentren für Innovation) aufgebaut (32 solche Zentren sollen bis 2010 entstehen), weil erkannt wurde, dass für die Bildung künftiger Fachkräfte allein die Möglichkeiten der Schulen nicht ausreichen. Der Aufbau erfolgt übrigens aus Mitteln des Konjunkturprogramms. Und der Aufbau erfolgt vom Stand Null. Informationen dazu unter: http://www.innovation.nrw.de/zdi/ In Weißwasser muss man nicht von NULL anfangen, es gibt bereits günstige Voraussetzungen, auf denen aufgebaut werden kann.

Freundliche Grüße

Michael Hahn Geschäftsführer des Landesverbandes Sächsischer Jugendbildungswerke e.V. (der Förderverein der Station war 1992 Gründungsmitglied unseres Verbandes)

Dr. Romain Gengler, 25.04.2010 17:48

Deutschland ist im starken Maße von einem hohen technischen Bildungsgrad abhängig. Leider muss man erkennen, dass hier zunehmend Defizite auftreten. Die Studie „Technische Bildung für Alle. Ein vernachlässigtes Schlüsselelement der Innovationspolitik“ von Regina Buhr, Ernst A. Hartmann (Hg.), ist hier eine gute Bestandsaufnahme.

Berufsverbände klagen schon heute über den Mangel an qualifizierten Bewerbern in den technischen Bereichen - auch hier in der Region. An den Hochschulen bleiben bundesweit viele Studienplätze in den MINT-Fächern unbesetzt, obschon der Bedarf an Absolventen in diesen Bereichen ständig steigt. Auch die regionale Nachfrage kann zur Zeit nicht mehr befriedigt werden. Es gibt schon Fälle, dass von Firmenansiedlung ob des Fachkräftemangels abgesehen wurde.

Nun hat Weißwasser das Glück, dass es eine Jugendeinrichtung gibt, die im Bereich der immer wichtiger werdenden informalen Bildung Kinder und Jugendliche Spaß an Technik und Naturwissenschaften vermittelt, ihnen technisches Wissen vermittelt und sie so für Berufe im MINT-Bereich begeistert. Und die Station ist erfolgreich: so studierenden eine ganze Reihe ehemalige Kursteilnehmer erfolgreich in MINT-Studiengängen an Hochschulen.

Umso unverständlicher ist es, dass eine solche Einrichtung die notwendige Förderung nicht bekommt. Gerade das große Freigelände, auf dem selbstgebaute Maschinen ausprobiert werden können, wo Naturbeobachtungen möglich sind und auch Experimente durchgeführt werden können, etc., ist ein starker Pluspunkt, um den manche Einrichtung mit gleichgelagerten Zielen die Station beneiden.

Bleibt zu hoffen, dass die Station alle Ressourcen und Unterstützung bekommt, um ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.rer.nat. Romain Gengler, Fachstudienberater Informatik an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus

Klaus-Jürgen Hahn, 27.04.2010 10:36

Die Station junger Naturforscher und Techniker kann seit ihrem Bestehen 1953 auf eine über 50 jährige Geschichte zurückschauen. Hier wurde zielgerichtet und nachhaltig ein ansprechendes Bildungs- und Kreativangebot realisiert, was in seiner Art nach vergleichbarem sucht. Der Standort der Station direkt in der Natur, aber zu Fuß am Standrand erreichbar, gibt ihm von der Lage her ein Alleinstellungsmerkmal, welches es zu erhalten gilt. Als Ansprechpartner des Kommunikations- und Naturschutzzentrums am Turm am schweren Berg möchte ich auch auf die Vielzahl der Projekte verweisen, die gemeinsam mit der Station ins Leben gerufen und erfolgreich umgesetzt wurden. Dazu zählen folgende: - Natur auf der Kippe - Künstlerische Gestaltung der Spreyer Höhe - Videoprojekt Kraftwerk, Tagebau, Rekultivierung - Grafikwerkstatt - Spurenexkursionen - Deutsch-polnische Jugendbegegnungen Dies sind nur einige Projekte von einer Vielzahl. Zu erwähnen sind auch die Arbeitsgemeinschaften. Insgesamt entwickelte sich mit der Station eine gute langfristige Zusammenarbeit, die sich auch über die Stadtgrenzen hinweggesprochen hat.

Diese Zielstrebigkeit und Nachhaltigkeit der Arbeit der Station sollte auch bei der politischen Entscheidungsfindung eine Rolle spielen. Die Kritiker müssen sich schon die Frage gefallen lassen, warum sie der Station bereits zugesicherte Mittel entziehen wollen! Denn außer vielen Ideen und Vorstellungen haben sie keine konkreten Konzepte vorzuweisen. Sie haben bis jetzt nicht die Arbeit in der Station geführt und werden dies sicherlich auch zukünftig nicht tun. Aus diesem Grund hoffe ich auf eine vernünftige Entscheidung zu Gunsten der Station am jetzigen Standort mit den bereits jetzt im vollem Umfang bewilligten Mitteln!

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Jürgen Hahn

Familie Flint, 27.04.2010 14:14

Die von der Stadt Weißwasser angedachte Umnutzung der für die Sanierung der Station Junger Techniker beantragten Fördermittel ist einfach unfassbar. Seit Jahr und Tag liegt der Standort der „Station“ an Weißwassers Stadtrand… das ist Tradition! Generationen von Kindern haben dort ihre Freizeit sinnvoll verbracht! Leider ist Vieles in die „Jahre“ gekommen und bedarf einer Erneuerung (ein völlig normaler Prozess, vor allem, wenn eine Einrichtung so vielseitig und stark genutzt wird)! Wenn der Stadt Weißwasser ihre Kinder am Herzen liegen, sollte über eine „Bündelung der Finanzen“ am Professor- Wagenfeld- Ring nachgedacht werden!

Familie Flint

weisswasser denkt, 28.04.2010 00:33

die hetze die hier betrieben wird ist ein echtes armutszeugniss. die station und ihre anhänger lassen sich von thorsten pötzsch und co instrumentalisieren. dabei liegt es doch auf der hand warum es probleme mit der station gibt: es ist kein geld da! und warum ist kein geld da? weil der eissport über fünf millionen (5.000.000) euro bindet. dafür haben alle stadträte gestimmt, und alle wussten, das dann kein geld für viele andere sachen übrig bleibt. die station ist nur der anfang! und mal ehrlich, mit 400.000 euro kann man die station weder sanieren noch neubauen, das wissen alle, also geht es um eine übergangsösung, weil nicht mehr geld da ist. udn jetzt kommt die überraschung, wer ist maßgeblich im eissport angagiert? thorsten pötzsch! also wenn ihr einen schuldigen haben wollt, der nicht überall vorne drauf steht, sondern die leute gegeneinander ausspielt (wie auch mehrfach im stadtrat passiert!) dann besteht wohl kein zweifel…

dass die station sich so billig für die wahlpropaganda von thorsten pötzsch her gibt, wobei man nur eins und eins zusamen zählen muss, das ist echt traurig.

Randolf Rotta, 28.04.2010 07:49, 28.04.2010 08:16

Lieber Anonymer Kommentator:

Wir suchen keine Schuldigen. Uns geht es nur um die Fördermittel. Dass hier gewisse Namen häufiger fallen liegt einzig daran, dass sie sich häufiger in der Presse zu Wort melden und wir beim Zitieren doch wohl die Quellen angeben müssen.

Das wir uns von Herrn Pötzsch instrumentalisieren lassen ist eine Fehleinschätzung. Hier handelt der Verein uns seine Nutzer, Kooperationspartner und Freunde in eigener Regie. Ihre Verschwörungstheorie hat auch den Haken, dass der Herr OB Rauh die Vorschläge eingebracht hat und nicht Herr Pötzsch. Warum sollte Herr Rauh einem Wahlkampf-Konkurrenten solch einen großen Gefallen tun? Wahr ist nur, dass es Gespräche mit Herrn Pötzsch bezüglich der Verwendung der Fördermittel gab – genauso wie mit vielen anderen Stadträten auch.

Der Eissport ist wichtig für die Außenwirkung der Stadt. Die Ergebnisse der letzten Stadtratswahlen belegen, wie wichtig den Bürgern die Eishalle ist. Daher finde ich es in Ordnung, wenn eine Mehrheit der Stadträte für ein solches Bauprojekt stimmt. Bei der Größe dieses Bauvorhabens und seiner breiten Zustimmung können wir sicher davon ausgehen, dass da nicht Herr Pötzsch allein seine Visionen strickt. Da sind auch die anderen Parteien ganz gut mit vertreten.

Dass überhaupt kein Geld mehr übrig ist, stimmt nur teilweise. Schließlich will die Stadtverwaltung das Geld für die Sanierung der Station ja gar nicht einsparen, sondern lediglich für ein anderes Sanierungsprojekt ausgeben. Wir als Verein kämpfen um diese Gelder, eben weil sie jetzt noch vorhanden sind!

Weder die Stadt, noch der Verein können große Sprünge machen, wenn es um Neubauten auf dem Gelände der Station geht. Das ist mindestens seit 20 Jahren schon so, unabhängig von der Eishalle. Da werden sich alle mit kleinen Lösungen und kleinen Schritten begnügen müssen. Die Turmvilla in Bad Muskau hat ja auch nicht alles auf einmal gebaut, sondern über viele Jahre in kleinen Schritten. Mit den schon lange bewilligten Fördermitteln wäre ein solider Neuanfang mit einem 300-400qm großen Gebäude möglich. Warum sollten wir uns diese Chance entgehen lassen?

peter, 28.04.2010 11:32

mannomann, kann man die nicht auch wegen subventions-veruntreuung verklagen, wie es mit nokia gemacht wurde?