Gespräch mit Heimathistoriker Gerhard Schicht

Schon am Sonntag dem 28. März ergab sich zufällig die Gelegenheit mit einem Kenner der Region und ihrer Geschichte zu reden.

In seinen Archiven könnte er für uns finden

  • Messblätter, also so eine Art Generalstabskarte, in der auch alle Gruben verzeichnet sind
  • die Jahresberichte der Gräflich Arnimschen Waldgutstiftung, die zum Beispiel auch Angaben über Fördermengen enthalten könnten
  • VVS Kohleabbau-Plan von 1962
  • bei der Waldeisenbahn (die hauptsächlich als Grubenbahn zum Holz- und Kohletransport gebaut wurde) sollte es auch noch Unterlagen geben. Zumindest verbinden die historischen Strecken wichtige Gruben und Betriebe.

Im Gespräch kamen wir auf einige Gruben mit historischer Bedeutung:

  • Torfgrube bei Weißkeißel Richtung Schießgebiet. Dort wurde schon unter Pückler Torf abgebaut.
  • Halbendorfer See: der erste versuchsweise Tagebau zum Kohleabbau in der Region

Vom historischen Verlauf her gab es in der Region anfänglich Pechhütten und es wurde Holzkohle hergestellt. Ab dem 14. Jahrhundert bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Raseneisen bzw. Wiesenerz abgebaut. Dieses lag nur 40-60cm tief unter der Erde lag und hatte einen Eisenanteil bis zu 25%. Der Rest blieb nach der Verhüttung als Schlacke übrig, welche noch heute gefunden werden kann, z.B. dieses eine Haus in Weißkeißel, die Mauer am Jagdschloss, eine Brücke im Muskauer Park. Von 1400 bis 1857 wurde auch Alaun abgebaut, welches für die Chemische Industrie und zum Gerben von Fellen benutzt wurde. Der in der Gegend vorkommende Quarzsand lockte die Glasindustrie nach Weißwasser. Allerdings war der Sand zu eisenhaltig, so dass das Quarz später aus Hohenbocker angeliefert wurde.

Andere Gruben:

  • Kiesgrube Richtung Trebendorf auf der linken Seite
  • Jahnteich? Käseteich?
  • Kiesgrube beim Friedhof in Weißwasser
  • irgendwo muss auch Ton abgebaut worden sein (Steinzeugwerk, Porzellanfabrik)