Wir stellten uns die Frage, warum die Glashütte den Namen „Gelsdorf“ trägt. Sie wurde nach dem Besitzer der Hütte, Wilhelm Gelsdorf benannt. Wir machten uns auf den Weg, um etwas über die Familie Gelsdorf zu erfahren. Unser Projektleiter Bernd Frommelt knüpfte Kontakte und ermöglichte uns, in alten Dokumenten und Fotos zu stöbern. Diese Dokumente erhielt der Kinder- und Jugendfreizeit e.V. aus dem Glasmuseum Weißwasser.
Folgendes erfuhren wir über die Familie Gelsdorf aus diesen Akten:
seine Herkunft:
sein Berufsweg:
aus seiner Familiengeschichte:
Wilhelm Gelsdorf besuchte regelmäßig die Leipziger Messe, um Erzeugnisse der Johannishütte auszustellen. Er erfuhr von neu gebauter Glashütte beim Dörfchen Weißwasser (Lage: direkt an der Eisenbahnlinie Berlin - Görlitz ), diese sei in Konkurs gegangen und wäre zu verkaufen ⇒ Reiz zur Heimat + gute Verkehrsbindung + Chance, eigene Glashütte zu besitzen.
Im Sommer 1877 Wilhelm Gelsdorf kam mit 26 weiteren Glasmacherfamilien nach Weißwasser. Er trat als Teilhaber der Glashütte bei. 27.07.1877
Eintragung der Firma “ Glaswerke Gelsdorf, Neubauer & Co“ 01.09.1877
Produktionsbeginn von Beleuchtungsglas, Lampenschirmen, -glocken u.a. Hohlgläsern
Wilhelm Gelsdorf hatte großen Erfolg
zu Beginn 90er Jahre W.Gelsdorf übernahm Hütte vollständig + ließ weitere Hütten bauen
An seinem 47. Geburtstag heiratete seine älteste Tochter Blanda den Großhändler Adolf Ladiges in Hamburg. A.Ladiges beteiligte sich am Absatz der Erzeugnisse der Firma Gelsdorf.
in den 20er Jahren gab es wirtschaftliche Zwänge später Edmund trat der NSDAP bei (hoffte auf Unterstützung des herrschenden Regimes für den Betrieb), wurde im selben Jahr wegen eigener Parteigegnerschaft in Haft genommen, Die Einstellung Edmunds gegen die politische Führung blieb bis Kriegsende bestehen -das Unternehmen erhielt keine Aufträge zur Kriegsproduktion und es gab zwangsweise staatliche Eingriffe in den Produktionsprozess. Durch Verhandlungen erwarb Edmund einen modernen Vollautomaten zur Glasherstellung.
1943 der Automat wurde beschlagnahmt und in einem anderen Glaswerk der Stadt eingesetzt, da Parteifeinde nicht wollten, dass Edmund als Rüstungsbetrieb so große Gewinne hatte; Stilllegung des Glasofens und Entlassung vieler wichtiger Mitarbeiter (die wurden in anderen kriegswichtigen Glaswerken eingesetzt ), ausländische Kunden durften nach Kriegsausbruch nicht mehr beliefert werden = viel Umsatzeinbußen
02.03.1944 durch politische Behörden vollständige Stilllegung der Glashütte; Produktionsmittel beschlagnahmt und anderweitig untergebracht
Nach dem Krieg bemühte sich Edmund den Betrieb wieder in den Gang zu bekommen. Er scheiterte - somit wurden Edmund Gelsdorf + Adolf Ladiges enteignet.
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